Monday, 26. march 2012 1 26 /03 /März /2012 22:33

Ich hatte jüngst einen sehr seltsamen Traum. Selbst für meine Verhältnisse. Leider habe ich vergessen worum es ging. Deshalb wollte ich den Einstieg heute seicht mit einem Video über Katzenbabys beginnen. Aber Youtube schüttet mich neuerdings derart mit Werbung zu, dass ich keine Lust mehr habe, diesen Dienst zu nutzen. Vielleicht nie wieder bis morgen.

 

Ich bin neulich versucht gewesen, in die Stadt zu fahren. Ich brauchte neue Ökolatschen. Die Bangladeschi-Kinderhänder sind doch öko, oder? Leider hält kein Bus in meiner Ecke der Realität. Als ich einstieg musste ich zu meinem Bedauern feststellen, dass die Linie nicht nur durch die gesamte Parallelgesellschaft fuhr, sondern auch noch nach der letzten Wahl eingestellt wurde.

 

Endlich in der Stadt. Big Business, strahlende Lichter, Millionen Menschen in hektischer Betriebsamkeit. Wundervoll. Die letzten Bäume am Wall wurden gefällt für das Projekt „Belebung der Innenstadt“: An der frei gewordenen und fachmännisch betonierten Fläche hat sich schon ein Lidl und ein Asiaimbiss eingefunden. An den Lidl sprühe ich in gewohnter, einzigartig unnachahmlicher Weise „Bullenschwiene“. Der Rechtschreibfehler lenkt die Ordnungsmacht Richtung Hauptschule, weg von meinem Elfenbeinturm. Während ich mein Chop Suey mit Bratnudeln verdrücke, male ich mir aus, wie so ein Sau-Rind-Hybrid aussieht. Vorn das ausgewachsene Hausrind mit Hörnern und Nasenring, hinten das putzige rose Ringelschwänzchen. Nicht wirklich komisch. Und lecker wohl auch nicht. Wie das Chop Suey. Schmeckt alles irgendwie nach kaltem Regenbogen von übergestern mit zuviel Mayo. Meine in Gedanken-dauer-bohr-Frage gräbt sich durch: „Was zum §$%&/ soll der Scheiß eigentlich?!“

 

A propos Regenbogen. An der Ecke gegenüber sammelt Greenpeace wieder Unterschriften für die Rettung des subtilen Humors. Ich liebe Schalentiere. Ich höre scheinbar sensibel und geduldig zu. Mein Astralkörper geht derweil zu Oxfam und verschenkt meine ollen Latschen. Was heißt meine. Vor der Moschee lagen Dutzende davon herrenlos herum.

Die physisch Manifestation meiner unsterblichen Seele löst sich vom verlausten Zottel mit den Worten „Ich esse auch keinen Thunfisch, möchte aber den allerletzten haben um ihn dann zu versteigern - an irgendeinen neureichen Idioten und vom Geld mal schön Urlaub machen. In Thailand. Alleine.“ Da fällt dem Umweltheini nix mehr ein.

 

Mit dem Geld aus der Auktion gehe natürlich nicht abartigen Trieben nach. Stattdessen kaufe ich mir erstmal was teures Sinnloses. Ein Schuhpoliergerät. Perfekt. Vom Restgeld lassen ich mir von Sir Patrick Kinderlederschuhe um den Fuß rum maßanfertigen. Noch perfekterer. Die sind viel zu schön um sie einfach so zu tragen. Ich gehe barfuss nach Hause. Um abzukürzen gehe ich querfeldein durch den Park – durch die Fixerecke über die Hundewiese. Erst piekst es in der Ferse, dann wird es warm zwischen den Zehen, dann schwarz vor Augen. Eigentlich eine sehr günstige Vollnarkose denke ich noch, während der Rasen aufsteht und mir eine mit Schmackes verpasst.

 

Ich wache auf. Da sind weder die teuren Schuhe, noch ein misslungenes Weihnachtsgeschenk für meine dreieiige Schwester. Kein Geruch von Hundekot und dass hier ist auch nicht der Stadtpark.

 

Ich hasse es, bei laufendem Fernseher einzuschlafen.

von Miguel - veröffentlicht in: Leben, oder so
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Monday, 6. february 2012 1 06 /02 /Feb. /2012 19:19

Mahlzeit Gemeinde!

Thema Heute: Negativität. Also, nicht etwa der Rhesusfaktor, Elektrik oder Krankheiten sondern Stimmung ist Kern meiner Gedankengänge. Warum bin ich dieser Tage so negativ?

Nun, vielleicht war ich Diesel Tanken für 1,50€ oder mir ist ebendieser Diesel eingefroren oder ich brach mir auf dem nicht geräumten Fußweg einen Zacken aus der Krone.
Vielleicht habe ich aber auch einfach nur schlechte Laune weil ich schlichtweg keine Lust habe, gute Laune zu haben. Wahrscheinlich. Der Gedanke gefällt mir am besten.

Es ist zwar, seit ich nur noch selten und selektiv TV mehr schaue, besser geworden - durch das Onlineangebot der Zeitungen wird das aber wieder kompensiert. Zwar ist der Schwachsinn da (also hier, in der Allwissenden Müllhalde Internet) ein wenig subtiler verteilt als bei "Bauer sucht weibliches Säugetier mit großem Euter", "Dschungelgulag" oder "BlablablamitTittenUndWerbung". Trotzdem sind gefühlte 90% hirnlos abgeschriebene dpa-meldungen. Wie gut, dass das Gros der Journalisten nix verdient. Mehr als nix wäre auch unangemessen*. Ein Bespiel: Das HIER ist wirklich interessant. Außer auf heise.de kann man leider nirgends zu diesem Thema irgendetwas lesen. Ein Schelm, wer Methode dahinter vermutet.


Ich glaube jedenfalls, dass mich der dauerhafte Konsum weichgespülten, gleichgeschalteten, vorgekauten und seichten Schwachsinns langsam, aber erfahrbar launisch macht. Aber das allein reicht als Erklärung nicht aus. Da muss noch etwas sein, was mich aus meiner stoischen Gelassenheit zu reißen vermag. Kein Rätsel; es fällt mir bei jedem Pop-Up, bei Menschen mit Gradenixzutun, Businesskasper und sowieso überall ständig auf:


Diese Erfindungen, die keiner braucht aber (fast) jeder haben will/muss. Smartphones (vor allem). Aber auch digitale Bücher, sozialen Netzwerke (ja, schuldig im Sinne der Anklage. Ich kann mich eben auch über mich selbst echauffieren) und wasweißich Spielekonsolen, mit denen man echten Sport simulieren kann. Teurer Technikfirlefanz ohne Nutzen, außer uns noch bequemer, fetter, dümmer und abhängiger zu machen. Gut, damit könnte man noch leben - Bier hat den selben Effekt. Aber frühere schwachsinnige Erfindungen waren halt vor meiner Zeit und für mein egozentrisches Weltbild daher irrelevant. (Ich schrieb letztens erst über Schuhe mit LEDs in den Fersen, Zimtzahnseide und Gummikotze).
Es gibt aber natürlich noch sinnvolle Erfindungen, die das Leben besser, schöner oder überhaupt erst zu LEBEN machen. Hier, ganz kurz, meine Top Five der Erfindungen der letzten 50 Jahre:

- der Kaffeevollautomat (gets me back to life every lousy morning)
- Sprechgesang (weil "nicht singen können" und Musik halt trotzdem zusammen will und muss)
- der Präventivschlag (leider im bürgerlichen Recht noch nicht verankert)
- das Mobiltelefon (Ja?!? Ja.)
- Deutschlandfunk (Wird grade fuchzisch, zählt also noch.)

Das aber nur unvollständig und nebenbei. Ich war bei dem goldenen Kalb Glotze beziehungsweise was da so rausfällt.
Man könnte vermuten, es gäbe sinnvollere Zeitbeschäftigungen, als sich allabendlich nach "Die halbe Wahrheit" (nennt sich selbst immer noch "Tagesschau") mit Pilsgen und Schnittchen zu mästen und Kommissar Langweilig bei der Jagd nach dem letzten Kinderfi... zu beobachten.
Überhaupt: Was ist aus dem guten, alten Krimi geworden, in dem er seine Angetraute abmurkst, um fortan nur noch die Sekretärin zu hacken - oder sie ihn wegen seiner Erbmillionen und um fortan nur noch den Poolboy zu hacken? Das waren zwar auf Dauer langweilige, aber nachvollziehbar Motive. Wer hat nicht selbst schon mal.... naja.... schwamm drüber.

Worauf ich hinaus will: Wenn schon Glotze, dann könnte man daraus auch einen sinnvollen Zeitvertreib machen. Möglich ist das! Drei Vorschläge mit Bitte um Nachahmung und Unterstützung. Ich verschenke die Ideen gern und verzichte auf Tantiemen oder den profanen Dank sterblicher Nutznießer:

1. Engagement für ein, nein DAS neue Format: "Five Minutes for two Pennies": Eine halbe Stunde, 4 Leute aus vier verschiedenen Welten (etwa Kunst, Religion, Studenten oder Obdachlose, Deutsch-türken, Senioren, Stricher, Außerirdische etc....) mit fünf Minuten ununterbrochener (natürlich vorbereiteter) Redezeit. Von mir aus mit einmal Werbung dazwischen. Souverän vor dem Baum oder in den Quotengrund moderieren könnte das Mr. Gottschalk. Falls er bis dahin noch nicht auf Keppler 22 b geschossen wurde.

2. Engagement für einen Hardcore-Schubbersender im Free-TV. Meines Erachtens alternativlos (Siehe auch: Bankenrettung).

3. Einmal die Woche "Mit offenen Karten" auf Arte schauen und im Alltag das Gespräch darauf lenken: "Hast du von dem Aufstand in Kasachstan gehört?" "Nö?" "Ah... achso."

So zieht man Grenzen heute! Damit macht sich zwar alles außer Freunde - gerade dadurch wird aber das absolute Ausmaß des Schwachsinns verringert, dem man sich aussetzen muss. Und darum geht es ja.

Denn merke: Nur die genaue Kenntnis der kultivierten Konversation erlaubt es, sich selbstsicher und im Beisein Anderer daran selbstherrlich zu vergehen.Jawoll!

 

So. Ich schnapp mir jetzt nen Pilsgen und die halbdurche Wiesenhof-Tiefkühl-Bio-Antibiotika-Pizza.com und schau meinen Lieblingsfilm: Der Dummschwätzer.
Ohne Tantiemen zu kassieren.

Schau!

PS: Damit auch heute meine mittlerweile unüberschaubare Lesergemeide was POSITIVES auf Auge bekommt - ein Schnappschuss  - gemacht dieser Tage auf dem Weg ins Hamsterrad.

Kopie von DSC01785

* persönliche Meinung; kann von der Realität stark bis komplett abweichen.

von Miguel - veröffentlicht in: Leben, oder so
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Wednesday, 21. december 2011 3 21 /12 /Dez. /2011 09:01

Mahlzeit!

Es ist schon wieder soweit. Wir haben es nicht kommen sehen. Keiner hat uns gewarnt. Wintersonnenwende. An sich ja schon ein Grund zu feiern: Die Tage werden wieder länger und in etwa vier Monaten, 16 Wochen oder einem viertel Jahr ist mit erträglicheren Temperaturen zu rechnen. Klimawandel, bitte wo?
Es ist aber nicht nur für die Heiden ein hohes Fest. Auch Coca Cola und die Christen haben einen Hohetag. Der Phosphorbrausehersteller feiert seine ureigene Erfindung: den Weihnachtsmann. Die Christen machen es sich derweil etwas umständlicher: Diese glauben, ein jüdischer Zombie, der sein eigener Vater war, schenkt Einem das ewige Leben, wenn man symbolisch sein Fleisch isst. Man braucht ihn nur per Telepathie wissen lassen, dass man ihn als Meister akzeptiert und er erlässt einem die Schuld, die man trägt seit damals eine Frau aus Rippchen von einer sprechenden Schlange überzeugt wurde vom magischen Baum zu naschen. Naja. Die Christen jedenfalls glauben ernsthaft, dass dieser wasauchimmer zufällig zur Wintersonnenwende Geburtstag hat. Von  mir aus. Ich hab ja auch nix gegen Voodoo.

Als Gewohnheitspragmatiker nehme ich mir von alledem nur das Beste heraus und pfeif auf die Dogmen. Weihnachtsmäßig verbrenne ich jeden Advent einen alten Sommerreifen - das passt auch von der Zahl her meistens ganz gut. Wenn es dunkel ist entsteht seltsamerweise kein schwarzer Rauch. Das hebt die Stimmung ungemein, ist gut für die Umwelt, macht’s romantisch um die Aorta und ist, solange man sich nicht erwischen lässt, nicht strafbar.

Schluss mit der Gefühlskacke. Harte Fakten! Hier meine persönlicher Abriss auf das vergangene Jahr. Nicht im TV-Stil mit Schmalz, Sensationheischerei, Promisülze und Hintergrundmusik von Enja, sondern richtig: Kurz, ulkig und, wie immer und alles was ich so schreibe, nicht ganz ernst gemeint:

1. Januar 2011.
Ich wache in Lübeck auf. Das Jahr beginnt suboptimal. Wenn anderer Leute Elend geil macht, wird dieses Jahr Porno-Deluxe. In Haiti bebt es gewaltig. Hunderttausende sterben. Nach etwa einem Monat sind die Kameras der internationalen Presse verschwunden. Nach etwa einem Jahr kann man das von der Cholera nicht behaupten. Arme Schweine...

Im Januar.
Meine seit langem lose gepflegte Brieffreundschaft mit Habib aus Tunesien verlagere ich nach Facebook (Ja, ich nutze es. Um Kritikern zuvorzukommen - vonwegen Datenkrake und gläserner Bürger: Es ist wie in der Disco mit der Torte, der Steuererklärung, vor Gericht bei der Frage nach dem Alibi, der Frage am Zoll oder dem Lebenslauf: Wer die Wahrheit sagt ist selbst schuld und braucht sich hinterher nicht beschweren). Grandiose Idee! Seitdem chatten wir fast jeden Tag. Er bemerkt wie toll es bei uns in Deutschland sein muss und wie kacke die hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten trotz guter Ausbildung bei ihm daheim ist. Er wirkte sehr aufgeregt. Ich schlage im Spaß vor, er solle sich mit seinen Leidengenossen doch zusammenschließen und eine Selbsthilfegruppe im Netz gründen. Danach wirkte er sehr beschäftigt, fand es aber ein gute Idee.

Februar.
Ich finde Habibs Bruder über das asoziale Netzwerk. Er studiert in Ägypten und hat genauso wenig Aussichten. Ich schlage Habib das Gleiche wie eben seinem Bruder vor (er heißt auch Habib, genau wie seine anderen 17 Brüder). Wie das mit Ideen und fruchtbarem Boden so ist - es wird zum Selbstläufer. Ich distanziere mich von der Bewegung und nehme mir vor, mal wieder die Bonität der Vereinigten Staaten zu überprüfen.

März.
Endphase in Lübeck. Zum Ende hin wird es gemütlich. Nach all dem (völlig berechtigten) Geschimpfe über die "Stadt", hier die Top 5 der sinnvollen Einrichtungen in Lübeck. Sonst heißt es wieder "Du bist soo negativ..."

- Hauptbahnhof. Sehr wichtig! Dient dazu hin, und vor allem wieder weg zu kommen.
- Mijori Bar. Soweit ich sagen kann die beste Sushi Bar überhaupt. Sehr lecker da, sehr freundliche Bedienung. Bahnhofsnähe!
- Finnagan Pub in der Mengstraße. Gemütlicher Irish Pub für den Pint danach oder einfach nur so gegen das Zittern in der Mittagspause. Einwandfrei! Mitten auf der Pestinsel gelegen. Unpräzisiös, freundlich, einfach, aber gerade dadurch sehr einladend.
- Wochenmarkt am Brink. Der letzte große Wochenmarkt vor den Ödlanden im Osten. Samstags ein Muss.
- Weihnachtsmarkt. Kein Witz. Diese Missgeburt abendländischer Kultur zeigt hier erträgliche Züge. Das ganze grenzdebile religiöse Gedudel bleibt dezent im Hintergrund ohne ganz zu verschwinden. Wichtig: Die Mittelalterecke an der Marienkirche (gemütlich!) und der Tallinn-Stand am Koberg. Kenner wissen warum. Der Rest: Rausfinden!

1. April.
Kein Witz. Ich ziehe nach Rostock. Neue Stadt, neuer Job. Alles wieder auf Null. Nur Flensburg zählt munter weiter.

Im April.
Ich dreh den Swag auf.

1. Mai.
Tag der Arbeit. Die Straßen sind voller Menschen. Rote Nelken und bunte Fähnchen soweit das Auge reicht. Ich darf im P1000 mitfahren. Ein großer Spaß. Es gibt Dinge, die hält in ihrem Lauf... nüschde auf.

Juni.
Nach der Arbeit wird ein Schläfchen in der Sonne am Strand genommen. Ein innerer Reichsparteitag. So könnte es bleiben. Bleibt es natürlich nicht.

Juli. Es regnet. In Hamburg werden seit etwa 400 Jahren wieder Piraten vor Gericht gestellt. Im Herbst werden Piraten in den Berliner Senat einziehen. Der letzte Teil von "Piraten der Karibik" kommt ins Kino - und ist kacke. Damit sollte die Kuh "Freibeuter" final abgemolken sein. Merke: Zu Weihnachten die 4er DVD Kollektion nicht kaufen.

August.
Es regnet noch immer. Nach vier Wochen Dauerregen reißt man die Dämme am Strand ein um das Wasser in die Ostsee zurücklaufen zu lassen. Verrückte Welt.

Anfang September:
Es hat aufgehört zu regnen.

Mitte September:
Ich suche die Helenen heim und bewillige vor Ort Rettungskredite über 230 Trilliarden Euro. Das erste Drittel berappe ich vor Ort in Bar. Ein Tropfen auf das heiße Bein.

Ende Oktober: Ich stelle fest, dass ich mich in Rostock eingelebt habe. Hoffentlich läuft das mit dem Job noch ne Weile.

1. November. Neuer Job. Ausnahmsweise diesmal ohne umziehen. Fühlt sich seltsam an, geht aber auch. Das nächste Mal dann aber wieder mit Umzug und Stadtwechsel. Versprochen! Ist ja alles irgendwie nur vorübergehend...

Im November:
Mir gelingt der direkte Nachweis eines Higgs-Bosons, eher zufällig - beim tunen des Fusionsreaktors in meinem U-boot. Da meine Trophäen-Wand voll ist und ich null Bock habe eine Dankesrede zu schreiben oder die vom letzten Nobelpreis zu verlesen (Gynäkologie oder französische Literatur... weiß nicht mehr so genau), spiele ich den Versuchsaufbau dem CERN zu. Die freuen sich ein Loch ins Topfmodel. Damit drücke ich mich auch gleich um die Jahresspende und krieg trotzdem die Schoki zu Weihnachten geschickt. Ein Fuchs...

Im Dezember:
Das Alter macht sich bemerkbar. Ich werde krank, huste Blut. Die kritische Menge von 8 Litern bleibt aber knapp unterschritten. Ich bleibe ruhig und suche mir einen Hausarzt. „Meine Krankenakte?! Über die Hanse verstreut, ziehe öfter um als ich krank werde.“ Allerseits verstörte Blicke. Selbst sich vordrängelnde Pensionäre vergessen für einen Moment, dass sie keine Manieren haben. Jawoll, Punkt für mich. Die Ärztin sieht die Bluthustensache etwas besorgter als ich und malt den Teufel an die Wand. Man schlägt mir eine Mellifikation vor. Sounds Good, Maybe Later. Hypochonder sollten nicht Medizin studieren dürfen. Ich wechsle den Arzt und lasse mich für drei Tage krankschreiben. Tee trinken und viel schlafen soll ich. Klingt nach Verbeamtung, aber soweit kommt es dann doch nicht. Trotzdem überlebe ich wie durch ein Wunder.

Ende Dezember: Kim Jong Il ist tot. Sein Klon steht schon in der Tür um wie gehabt weiter zu machen. Kranker Mist, was die da abziehen. Ob die Linke kondulieren möchte?

Boah, Was für ein Jahr! Andernorts wurde geheiratet, gezeugt und gestorben - teilweise gleichzeitig oder in wirrer Reihenfolge. Ich habe von all dem Abstand genommen und katastrophiere wie gehabt durch die unendliche Nichtigkeit des Seins auf der Suche nach einem Fischbrötchen.


...


Jetzt hätte ich das wichtigste fast vergessen. Das chrsitliche Jahrenendfest steht ja an - eine Tradition, auch unter den Konfessionslosen. Was gehört zu Weihnachten wie die Familientragödie und der Zimmerbrand. Naaa? Ähnlich dem "Dinner for One" zu Silvester, hier DAS Weihnachtsschmankerl. Exklusive für meine Leipziger Fangemeinde! (Ich weiß, ich muss mal wieder rumkommen.)

 

Herrlich. Nu is besser!

Frohes Fest!

von Miguel - veröffentlicht in: Kommentarrhabarber
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Sunday, 11. december 2011 7 11 /12 /Dez. /2011 11:41

Moin!

 Letztens wurde wieder ein neuer Planet entdeckt (Keppler 22 b), der in der habitalen Zone liegt. Diesmal möchte ich es mir nicht so einfach machen und auf Wikipedia verweisen sondern eine Erklärung darreichen: Es handelt sich hierbei nicht, auch wenn es so klingt, um die neuen Bundesländer im Osten.
Als "Habitale Zone" bezeichnet man, grob vereinfacht, einen Bereich, in Leben aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen theoretisch möglich ist. Indizien sind: Bude, Geldautomat und Lidl sind zu Fuß/mit dem Fahrrad erreichbar und eine DSL-Breitbandverbindung ist verfügbar.

Lübeck ist damit raus.

Aber wer will da schon hin. Keppler 22 b liegt ja etwa 600 Lichtjahre entfernt. Zum Vertändnis: Das entspricht etwa der Hälfte der Entfernung zwischen zwei anspruchsvollen Sendungen im Privatfernsehen. Enorm. Trotz dieser gigantischen Entfernung ist es der NASA erstmals gelungen, den Planeten direkt abzubilden. Unter dubiosen Umständen die hier nicht näher darzustellen sind, wurde mir eines der ersten Bilder in einer dunklen Tiefgarage zugesteckt:

reinhold.JPG

 

Warum setz man eigentlich so viele Ressourcen ein, um etwas Geiles zu finden, was dann ohnehin unerreichbar weit weg ist? Dafür gab es doch bisher den Playboy. Hmm, man könnte dort das Bankerpack, den Atommüll und Thomas Gottschalk endlagern. Aber rechtfertigt das den Aufwand? Natürlich nicht. Für solche Probleme wurde der Kastenwagen, Klappspaten und der Waldrand im Morgengrauen erfunden.

 

Tralala...Es geht um die Frage nach außerirdischem Leben. Vielleicht gibt es ja da draußen intelligentes Leben, wenn schon nicht hier auf der Erde.
Möglich ist das. Auch wenn ich schon wieder die Hassmail vom Papst vor Augen habe. Möglich ist das. Was wäre, wenn wir Kontakt zu den Aliens aufnehmen könnten. Diese, zugegeben, leicht abstrakte Frage hatte sich vor Jahren der Kabarettist George Carlin schon einmal gestellt und sie in seiner einzigartigen Art und Weise beantwortet. Da er leider nur Englisch sprach und mittlerweile zu tot ist, um seine Werke selbst zu übersetzen, möchte ich mich nachfolgend an einer kleinen Übersetzung jener Zote probieren. Übersetzungsfehler, flötengegangener Humor in Folge des Sprachwechsels, persönliche, religiöse oder sonstige Gefühle, sowie Politische Korrektheit haben - wer den Künstler kennt weiß das - hier keinen Platz. Kurz: Fuck you!

 

Also bitte:

 

"... es gibt da noch diese Verbrecher... diese Leute im Weltallprogramm. Ich nenne sie NAS-Löcher. Falls sie es noch nicht gehört haben: Die letzte Katastrophe für den Rest des Universums ist, dass die Vereinigten Staaten zum Mars fliegen wollen. Ja?! Ja... "Wir fliegen zum Maa-haars!" Und dann besiedeln wir die unendlichen Weiten - mit unserem Mikrowellenfraß, der Plastkotze, künstlicher Spaßhundescheiße, Zahnseide mit Zimtgeschmack, zitronenparfümiertem Toilettenpapier und Schuhen, die an der Ferse leuchten... und all den anderen beeindruckenden Errungenschaften, die wir hier unten geschaffen haben.
 
Aber eine Frage... Was erzählen wir dem intergalaktischen Konzil der Minister wenn sie das erste Mal sehen, wie eine unserer Teenimütter ihr Neugeborenes in die Mülltonne schmeißt. Hmm? Wie erklären wir das den Weltallleuten? Wie machen wir ihnen klar, dass unser Botschafter nur zu spät zur Besprechung kam, weil sein Frühstück kalt war und er seine Frau eine halbe Stunde lang durch die Küche prügeln musste? Und was werden sie wohl denken, wenn sie herausfinden, dass es nicht mehr als eine regionale Gewohnheit ist, dass über 80 Millionen Frauen in der dritten Welt ziemlich brutal ihre Klitoris entfernt bekommen haben um ihnen den Spaß am Sex zu nehmen, sodass sie nicht mehr fremdgehen?
 
Können sie sich ungefähr vorstellen, wie ungeduldig der Rest des Universums darauf wartet, das WIR aufkreuzen?"


zum Vergleich hier noch das Original, zum Blut lecken, falls es denn verstanden wird.


 


Zum Schluss noch ein dringender Hinweis im Rahmen der Weihnachtsmarktsaison, der neulich die InterNetz-Runde gemacht hat:

Terpentin im Glühwein macht den Pinsel weich!

 

`schüss!

von Miguel - veröffentlicht in: Reisen
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Thursday, 17. november 2011 4 17 /11 /Nov. /2011 17:06

Eben erlebt: Deutschland wandelt sich! Ich muss das gleich mal aufarbeiten. 

Dazu muss etwas weiter ausgeholt werden, denn ich bin aufgeregt. Geschriebenen Wortes sei Dank krieg ich auch heute wieder den Bogen: 

Was wir früher Rentnerschwemme oder Pensionärsinvasion genannt haben, jene Sympathieträger unserer noch viel sympathischeren Gesellschaft, die noch Zeit UND Geld mitbringen, die an die lieben Kleinen Süßes verteilen und dem entkoffeinierten Kaffee seine Daseinsberechtigung verleihen ... eben Jene haben den Schuss als erste gehört!

Der Reihe nach:

Ein Rudel organisierter Neonazis erhält medial derzeit etwa soviel Aufmerksamkeit wie alle Finanzkrisen, Bürgerkriege und Bauer-sucht-Frau-Formate zusammen. Mühelos, erscheint es. Erstaunlich dabei finde ich, dass fast alle Medien feststellen, dass Vater Staat auf dem rechten Auge mindestens nichts sieht oder aber, schlimmer noch, nichts sehen will. Man könnte das jetzt in Präteritum formulieren, da wir jetzt ja alle wach sind. Könnte man, muss man nicht.

Das wach werden, vielmehr das Erwachen, folgt ja bei den meisten Menschen einem individuellen Muster: Ich schrecke meist hoch, bezahle meine Zeche, bürste geborstene Salzstangen aus dem Fell und geh nach Hause.

In der Politik funktioniert das anders. Dort schreckt man zwar auch gern und oft völlig perplex aus muckeliger Träumerei von Koks, Nutten und Wiederwahl - dafür folgt dort aber sofort der Ruf nach einer neuen Planstelle, welche den bisher verbockten Mist mit einem 7stelligen Budget "koordiniert"1. Im konkreten Fall "Dönermorde" (es mussten trotz erster Vermutung keine Tiere sterben) heißt der somnolente Spontanzwischenrufer Hans-Peter Friedrich und schlägt sich als Bundesinnenminister2 durch. Na jedenfalls klang das erste schnarzen beim Hochschrecken nach "Zentralregister" für Ju... äh, Neonazis. Das hat die anderen Schläfer auch geweckt. Im Allgemeinen Gähnen war - wie immer - auch noch "Vorratsdatenspeicherung" zu erhören. (Weiß jemand was ein Reflex ist?) Weiß nicht von wem das zuerst kam, waren zu viele gleichzeitig. Wenn politische Diskussionen so losgehen, kommt ja meist nur Scheiße oder gar nix raus. Ich setze 50 Drachmen auf "Gar Nix".

Gar nix hat der Bundesminister für Innereien mitbekommen. So gar nix wie damals mit den Lagern. Das hat auch keiner gewusst. Ich glaub das! Nicht nur hatten damals alle nichts gewusst, heute wissen machen sogar, dass es nie was zu wissen gab. Gewusst wie! Armes, dummes Deutschland... Nichtsdestotrotz und abseits jeder Geschichtsrevision betreibt der Bundesinnenminister Realitätsverdrängung vom Allerpfeinsten:

Er äußerte sich kürzlich allen Ernstes, er habe sich bis dato nicht vorstellen können, das Neonazis mordend durchs Land ziehen. Poetisch zwar, aber saudoof - und soweit weg wie der Sommer. Zum nächsten Bürgerfest in der Pampe kann er mal zwischen zwölf und zwei Uhr morgens in irgendein Bierzelt drei türkische Mitbürger stecken und zuschauen, was in Deutschland im 21. Jahrhundert noch so alles möglich ist. Wie darf so jemand Verantwortung tragen?! Verdammtnochma.... ist der Typ kacke! 

`Verdammt noch mal` bringt mich auch wieder in die Spur. Auf dem Weg nach Hause musste ich heute den A380 spontan an der Seite parken, Blasiertheit und Krone beiseite legen und mir ein Schauspiel anschauen - gratis:

Ein Mitbürger - offensichtlich auch noch aus der "Wir haben nichts davon gewusst"-Generation, hat heute an der Kreuzung - offensichtlich von der Dummheit Teilen unserer Obrigkeit entsetzt - spontan die "Rechts-vor-Links" - Regel außer Kraft gesetzt und damit ein Zeichen gesetzt. Dezent zwar, doch dem geübten Zuschauer nicht zu entgehen. Ein Pulk Überraschter Autofahrer bildete sich spontan um durch hupen, vor dem Gesicht winken und Kopfschütteln Zustimmung auszudrücken. 

Wollen wir hoffen, dass die Politik, die Bullen und die Gerichte dem Mit-Hut-Autofahrer semantisch folgen und Rechts hierzulande keine Vorfahrt mehr gegeben wird - wie es schon viel zu lange gelebte Praxis ist.. 

Vielleicht... nur so ein spontaner Gedanke... wenn der BND seine V-Motten aus dem braunen Sumpf rauszieht, ist das Problem dann nur noch halb so groß. 

So, liebe Gemeinde. Zum Schluss spare ich mir heute mal den Heine.

 

´Schüss!

 

 

1 soll heißen: vertuscht / unter den Teppich kehrt / wegschwafelt / aussitzt

2 Wat´n Scheißjob: Bundesinnereienkasper. Da kriegt man nur die Kacke-Themen ab, bei denen eh nix zu gewinnen ist. - Immigration und so. Und das sag ich völlig wertfrei. Kanzler wird man mit dem CV nicht so leicht. Und das weiß er auch

von Miguel - veröffentlicht in: Kommentarrhabarber
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